
Die WWW-Formel ist eine der meistüberschätzten Feedback-Techniken.
Nicht, weil sie schlecht ist.
Sondern weil wir sie viel zu oft dort einsetzen, wo Feedback psychologisch längst nicht mehr einfach ist.
Wahrnehmung. Wirkung. Wunsch.
Drei Schritte – und schon soll der andere bereit sein, sein Verhalten zu verändern?
So funktioniert es manchmal.
Aber eben längst nicht immer.
Denn negatives Feedback kratzt an zwei fundamentalen menschlichen Bedürfnissen:
„Ich möchte ein guter Mensch / guter Mitarbeiter sein.“
und
„Ich möchte selbst bestimmen können, was ich tue.“
Genau deshalb kann aus einem scheinbar sachlichen Feedback plötzlich Widerstand werden.
„Das stimmt so nicht.“
„Das sehe ich anders.“
„Die anderen machen das doch genauso.“
Und schon reden Führungskraft und Mitarbeiter nicht mehr über das eigentliche Verhalten.
Sondern über Selbstbild, Wertschätzung und Autonomie.
Besonders anspruchsvoll wird Feedback,
→ wenn es den Kern des Selbstverständnisses trifft,
→ wenn die Beziehung bereits belastet ist,
→ wenn dasselbe Thema schon mehrfach erfolglos angesprochen wurde,
→ oder wenn das Gegenüber besonders sensibel auf Kritik reagiert.
Dann reicht WWW häufig nicht mehr.
Die eigentliche Führungskompetenz besteht deshalb nicht darin, eine Feedback-Formel zu beherrschen.
Sondern darin, zu erkennen, wann die Situation eine andere Kommunikation verlangt.
Dazu habe ich einen neuen Blogartikel geschrieben:
„Feedback zu einfach? Warum WWW nicht immer funktioniert“
Denn manchmal sind drei Buchstaben genau richtig.
Und manchmal sind sie viel zu wenig.
Zu meinen passenden Angebot für Feedback und Kritik:
Seminar: Kritikgespräche souverän führen
Vortrag: Motivation durch Kritik